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Freie wissenschaftliche Arbeit für das Seminar

„Sekten und Psychokulte“

an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam
über das Thema:

 

 

Satanismus

 

 

 

Name:      Sandra Kreutzer

   

Potsdam, 12. April 2002



1          Einführung

Immer wieder wird in den Medien von Vorfällen, bei denen ein satanistischer Hintergrund vermutet wird, berichtet. Doch wer sind die Täter, die sich selbst als Satanisten bezeichnen, und was sind ihre Ziele?

Diese Arbeit versucht einen Einblick in den Satanismus, sowie deren Organisationen zu geben. Der erste Teil behandelt die Entstehungsgeschichte des Teufels aus den Ursprüngen des frühen Christentum. Der Schwerpunkt des zweiten Teils liegt im Bereich des organisierten Satanismus. Exemplarisch wird auf den Aufbau der Church of Satan und dem aus ihr entstandenen Temple of Set eingegangen und die Grundzüge der satanischen Ideologie erläutert. Im Anschluss wird die in Deutschland häufigste Variante des Satanismus, der Jugendsatanismus, kurz beleuchtet und dem organisierten Satanismus gegenüber gestellt.

2          Der Teufel

2.1        Die Geschichte des Teufels

Der Teufel ist das Beiprodukt eines Paradigmenwechsels, der sich im frühen Christentum vollendete: der Entstehung des „lieben Gottes“.

Doch zunächst ein kurzer Rückblick in die davorliegende Zeit. Egal, ob in Indien, Altägypten, oder im antiken Griechenland – wo immer der Himmel nicht nur einen, sondern viele Götter beheimatet, sind diese sowohl »gut« als auch »böse«. So ist der indische Großgott Shiva gleichzeitig Schöpfer und Zerstörer; die Göttin Kali ebenso Symbol der Fruchtbarkeit wie des Todes. Auch Jahwe, Ursprung des abendländischen Gottesbilds, verhält sich zunächst alles andere als nur lieb, sondern auch rachsüchtig und brutal. Gott und Teufel in einem Wesen. Er geleitet sein Volk sicher durch das Rote Meer, aber schickt auch die Pest zur Strafe für Vergehen, quält den Hiob, hat Adam und Eva unbarmherzig aus dem Paradies vertrieben. Doch dann – in einer für den Vorderen Orient kritischen Zeit großer geistiger, politischer und sozialer Spannungen – vollzieht sich die Wandlung: Gott wird zur puren Lichtgestalt. Nur noch gütig und barmherzig. Jetzt sind Himmel und Erde von seiner Liebe und Vergebung erfüllt.

Die tröstliche neue Idee wird zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte des menschlichen Bewusstseins. Doch sie hat einen Haken: Wer ist nun verantwortlich für Mord und Totschlag, Hunger, Kindersterben und Ungerechtigkeit? Der Sündenbock wird gesucht und erfunden. Es ist der Teufel. Gottes Gegenspieler.

2.2        Die Gestalten des Teufels

Vielfältige Gestalten, die in früheren Zeiten mehr oder wenig unheilvoll durch orientalische Mythen gegeistert sind, fließen nun ein in diesen werdenden Teufel.

In immer unheimlicheren Gestalten malen sich die frühen Christen und die Menschen im Mittelalter die Gestalt des Widersachers aus und liefern damit Futter für Ängste, die den Menschen Albträume und Verzweiflung bescheren. Geschürt wird die kollektive Furcht von »Dämonologen«, Experten in Sachen Teufel. Der derzeitige vatikanische Sachverständige, Prälat Corrado Balducci, zuvor Chefexorzist der Diözese Rom, hat 1988 den Stand seiner Erkenntnisse vorgelegt. Danach ist Satan zur Zeit in 1758640176 unterschiedlichen Gestalten auf der Erde unterwegs.

Der erste Steckbrief des Satans wurde schon in der apokalyptischen Vision des Evangelisten Johannes erstellt: glühende Augen, fürchterliche Klauen und Zähne, Feuer speiender Rachen. Später bekommt er als Folge seines Sturzes vom Himmel zusätzlich einen Hinkefuß angedichtet. Auch die Erscheinung des altgriechischen Hirtengottes Pan wird herangezogen. Denn mit seiner vitalen, ungezügelten Sexenergie ist Pan für das leibfeindliche Christentum ein neuer Inbegriff des Bösen. Zottelige Bocksbeine, gespaltene Hufe, Hörner, schwefliger Geruch, Riesenphallus und »bebender Hintern« – so sieht der Teufel jetzt für einige Jahrhunderte aus.

So vielseitig wie sein Erscheinungsbild sind auch seine Namen, die er in den Jahrhunderten erhielt: [1]

Abaddon

Der „Zerstörer“, auch „Herr des Abgrunds“ genannt. In der Johannisapokalypse ist er der Herrscher der Hölle.

Asmodi

Der „Verwüster“, auch „Samael“. Asmodi wurde bisweilen mit der Schlange im Paradies identifiziert. Im apokryphen Buch Tobias wird Asmodi als „böser Geist“ bezeichnet. Zu einem Teufel entwickelte er sich erst später.

Astarot

Der mächtige Fürst der Hölle Astrot stammt von der phönizisch- kanaanäischen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Astarte ab. Da die fleischliche Liebe als teuflisch angesehen wurde, eine weibliche Gottheit aber keine leitende Funktion in der Hierarchie der Teufel einnehmen durfte, wandelte sich die Göttin Astarte in den Dämon Astarot.

Behemot

Die „Bestie“, von der das Buch Hiob berichtet. Dort erscheint er als ein dumpfes, vor Potenz strotzendes Kraftmonster.

Belial

„Der Böse“, findet im zweiten Brief des Paulus an die Korinther Erwähnung. Er leitet sich vom Stammesgott Baal, einem Widersacher des jüdischen Gottes Jahwe, ab.

Beelzebub

Dieser Teufel wird in der Bibel des öfteren als Dämon oder Teufel erwähnt. Jesus wurde vorgeworfen, er treibe den Satan mit dem Beelzebub aus. Das Wort leitet sich von der semitischen Sprachwurzel „zbl“ ab, was Mist- oder Dunghaufen bedeutet. Beelzebub heißt demnach „Gott des Mistes“. Sein Aussehen wurde in Darstellungen später dem Satan immer ähnlicher.

Luzifer

Luzifer ist neben „Satan“ der bekannteste Teufelsname, stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Lichtträger“. In diesem Namen schwingen am deutlichsten die positiven Bedeutungen des gefallenen Engels mit.

Leviathan

Dieser Teufel wurde oft als Schlange, Krokodil oder Meeresungeheuer beschrieben. Im Buch Hiob tritt er neben dem Monster Behemot auf.

Mephisto

„Feind des Lichts“. Mephisto ist ein neuer Teufelsname literarischen Ursprungs, den unter anderem Johann Wolfgang von Goethe für sein Drama „Faust“ verwendete.

Satan

Der klassische Name für den Teufel lautet Satan. Manchmal wird Satan als Fürst der Höllenheere beschrieben, manchmal auch als allein kämpfender Teufel. „Satan“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet Widersacher, Ankläger, Versucher, Gegner, Feind.

 

3          Geschichte des Satanismus

„Gott ist tot“, verkündete Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) als Ergebnis der Aufklärung. Auch das Bild seines Widersachers ist im Licht der wissenschaftlichen Erkenntnis bis zur Unsichtbarkeit verblasst. Wo die pure Angst schwindet, hat die Faszination eine Chance: Im Zuge von Aufklärung und Romantik entsteht ein neues, fast positiv besetztes Teufelsbild.

Im Dunstkreis des veränderten Teufelsverständnisses entstehen im 19. Jahrhundert so genannte Satanskulte, die größtenteils bis heute existieren.

3.1        Der Satanistische Kult

Der moderne Satanismus geht auf Aleister Crowley (1875 –1947) zurück, der mit sexualmagischen Ritualen die kosmische Energie im Menschen erfahrbar machen wollte. Crowley entwarf in seiner „gnostischen Messe“ das Urbild einer schwarzen Messe. Bei dieser wird das bzw. der Böse als das oberste Prinzip anerkannt. In einer rituellen Handlung, die eine Pervertierung und Umkehrung der römischen Messefeier darstellt, wird die satanistische Weltanschauung kultisch bestätigt. Eine schwarze Messe ist in ihrem Hauptteil eine Opferhandlung (z.B. können Tiere geopfert werden) und ein sexualmagisches Ritual. Durch die Wiederholung eines urreligiösen Geschlechtsaktes sollen kosmische Energien gewonnen werden. Dadurch kann der Mensch angeblich in sich das Göttliche erkennen und so seine Macht, seinen eigenen Willen grenzenlos ausdrücken.

Die Regeln, die diese Zirkel bestimmen, sind in den Schriften der Glaubensführer festgelegt und haben in vielen Punkten Ähnlichkeiten miteinander. So könnte der folgende Auszug der „Verhaltensregeln“ (ähnlich den christlichen 10 Geboten) aus La Veys Satansbibel auch dem Werk Crowleys entsprungen sein:

  1. Satan repräsentiert Hingabe statt Enthaltsamkeit.
  2. Satan repräsentiert Lebenskraft statt spiritueller Hirngespinste.
  3. Satan repräsentiert reine Weisheit statt heuchlerischen Selbstbetrug.
  4. Satan repräsentiert Güte gegenüber denen, die sie verdienen, anstatt Verschwendung von Liebe an Undankbare.
  5. Satan repräsentiert Vergeltung anstatt Hinhalten der anderen Wange.
  6. Satan repräsentiert Verantwortung gegenüber Verantwortungsbewussten statt Sorge um psychische Vampire.

 

  1. Satan repräsentiert den Menschen als bloß ein Tier unter anderen Tieren manchmal besser, meistens jedoch schlechter als die vierbeinigen - da er durch seine "göttliche, spirituelle und intellektuelle Entwicklung" zum bösartigsten aller Tiere geworden ist.
  2. Satan repräsentiert alle der sogenannten Sünden, da sie alle zur körperlichen, geistigen und emotionalen Erfüllung führen.
  3. Satan ist der beste Freund den die Kirche jemals hatte, da er sie über all die Jahre am Leben erhalten hat.

Über diesen geistigen Überbau hinaus üben sich die Mitglieder satanischer Zirkel in festgesetzten Ritualen, welche der Erlangung verschiedener Ziele dienen sollen: So gibt es neben sexualmagischen Ritualen, die den Abbau sexueller Frustrationen fördern sollen, ein „Schibboleth“ genanntes Ritual, das auf der psychoanalytischen Aufarbeitung persönlicher Hassgefühle basiert. Von Aleister Crowley stammt eine Praxis, die als „Ekeltraining“ in den Medien bekannt geworden ist, tatsächlich aber der „Umkehrung der Sinne“ dienen soll: Durch gezielt herbeigeführten Kontakt mit als ekelhaft empfundenen Dingen soll nach mehrmaliger Wiederholung dieses „Trainings“ das Ekelhafte schließlich als angenehm empfunden werden.

3.2        Der organisierte Satanismus

Im Gefolge von Crowley übernahmen verschiedene Okkultorden, die in Deutschland eine verschwindend geringe Mitgliederzahl haben, die schriftlich niedergelegten Rituale. Dazu gehören unter anderem: O.T.O. (Ordo Templi Orientis), Fraternitas Saturni, die Gnostische Katholische Kirche und der Thelema-Orden. Aus Kalifornien stammt die Church of Satan, die in Aufbau und Organisation als Gegenkirche zu den christlichen Kirchen verstanden werden kann. [2]

§         Die Church of Satan

Die Church of Satan wurde am 1.5.1966 von dem ehemaligen Raubtierdompteur und Polizeifotografen Anton La Vey in San Francisco gegründet. Die Wahl des Gründungsdatums ist kein Zufall, denn der Abend des 30. Aprils galt lange als eine Zeit im Jahr in der das Böse herrschte und ist auch als Walpurgisnacht bekannt. Sie gilt im Volksglauben als bevorzugter Zeitpunkt für Hexensabbate und Zauberreien..[3]

Die Church of Satan Mitglieder sind nach einem hierarchischen Gradsystem aufgegliedert, das insgesamt fünf Grade umfasst.

Der Satanist I° umfasst die allgemeine Mitgliedschaft in der Church of Satan. Im Jahr 1972 hielten über 95% der gesamten Mitgliedschaft diesen Grad als Beweis ihres formalen Engagements für die Philosophie des Satanismus inne. Die Inhaber dieses Grades definieren sich selbst als Satanisten und akzeptieren die Lehren der Church of Satan. Dieser Grad ist für Mitglieder, die kein weitergehendes Interesse an interner Arbeit haben. Der Zauberer II° (Warlock) oder Hexe II° (Witch) wird vom Council of Nine jenen Mitgliedern zuerkannt, die ihre Kenntnis in der Doktrin der Church of Satan durch erfolgreiche Absolvierung einer speziellen Prüfung demonstrieren (u.a. zu Inhalten der Satanic Bible). Dieser Grad stellt eine offizielle Anerkennung durch die Church dar. II° Mitglieder sind dazu ermächtigt, Positionen als Grotto Master[4] oder regionale Agenten zu leiten.

Der III°, IV° und V° bezeichnen die offizielle Hierarchie der Church - den „Order of the Trapezoid“, der auch als der Schwarze Orden von Mendes bekannt ist.

Der Priester/Priesterin von Mendes III° wird vom Council of Nine dem Anwärter zuerkannt, der die Erfordernisse für das satanische Priestertum erfolgreich beendet. Er muss das Vertrauen der Church besitzen, da mit dem Titel dem Träger auch Macht innerhalb der Church zugesprochen wird. Folglich wird in jedem Fall eine sorgfältige Hintergrunduntersuchung durchgeführt. Der Magister/Magistra IV° stellt die Anerkennung als ein Meister des Reichs dar und wird vom Hohepriester in einer von drei Ernennungen erteilt: Magister Caverni (Meister des Gewölbes), Magister Templi (Meister des Tempels) oder Magister Magnus (Grossmeister). Magister Caverni, Magister Templi und Magister Magnus entsprechen den administrativen Funktionen von Bischof, Erzbischof und Kardinal. Der höchste Grad (Magus V°) wurde nur einmal und durch den Gründer Anton La Vey an sich selbst verliehen.

Mit geschätzten 20000 Mitgliedern ist die Church die weltweit wohl größte satanistische Organisation. Hauptgegenstand der Kirche sind Rituale (z. B. die Schwarze Messe), die aber vornehmlich dazu dienen, freie und zügellose Sexualität auszuleben.

1974 spaltete sich der Tempel des Set von der Kirche ab.[5]

§         Der Tempel des Set (Temple of Set)

Diese Vereinigung wurde von Michael Aquino, einem hochrangiger Offizier der US-Armee, gegründet. Aquino war mit der zunehmenden Kommerzialisierung der Kirche des Satans nicht einverstanden und verließ sie deshalb 1974, um den Tempel zu gründen. Einer der zentralen Inhalte der Lehren des Tempels ist eine Schrift, die Aquino angeblich während seiner Teilnahme am Vietnamkrieg von einer Intelligenz mit Namen "Set" übermittelt wurde. Sie heißt "The Coming Forth by Night" (Die Hervorbringung der Nacht). Der Satanismus des Tempels ist recht intellektuell aufgebaut, und seine Mitglieder bezeichnen sich häufig lieber als Setianer als Satanisten. Ihrer Lehre nach ist die Verehrung Sets eine der ältesten Religionen überhaupt. Das Gradsystem des Tempels ist mit dem der Kirche des Satans identisch. Einzelne Gruppierungen heißen hier jedoch nicht Grotto, sondern "Pylon".[6]

3.2.1       Bewertung des organisierten Satanismus

Die Mitglieder dieser Satanszirkel treten in der Regel eher unauffällig auf. Ähnlich wie bei Anhängern des Sadomasochismus ist einem „ernsthaften“ Satanisten in der Regel sein Glaube äußerlich nicht anzusehen. Die Zirkel selbst sind Außenstehenden so gut wie nicht zugänglich und Informationen über Aktionen werden streng intern gehalten. Diese Vorsicht resultiert aus der Notwendigkeit, einen so umstrittenden Glauben wie den Satanismus in der Öffentlichkeit verborgen halten zu müssen.[7]

Die Satansvereinigungen spiegeln also typische Indizien, an denen man Sekten erkennen kann, wider:

  • Eindeutige Unterscheidung zwischen Gut und Böse
  • Isolation
  • Einzigartigkeit
  • Versuch der Manipulation der Gefühle, Gedanken und Handlungen
  • Zu- oder Aberkennung der Existenzberechtigung
  • Umgang mit internen und externen Kritikern
  • Tarnung der geschäftlichen und religiösen Aktivitäten
  • Mangelnde Toleranz gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen[8]

3.3        Der Jugendsatanismus

In der Öffentlichkeit ist der Satanismus aber durch eine andere Form wesentlich bekannter geworden: den Jugendsatanismus.

In einer synkretistischen Form werden verschiedene Versatzstücke mit frei erfundenen Zeremonien kombiniert. Dabei werden Elemente aus verschiedenen magischen und satanischen Traditionen, wie z.B. Necronomicon, dem 6. und 7. Buch Mose oder der Satanischen Bibel, zu eigenen Ritualen zusammengestellt.

Durch die Verwendung einschlägiger Symbole, dem Hören von Black-Metal oder ähnlicher Musik wird versucht zum Satanismus einen Bezug herzustellen. [9]

Schändungen von Friedhöfen oder das Beschmieren von Kirchen und anderen Gebäuden mit „satanistischen“ Symbolen gehen teilweise auf ihr Konto. Diese Aktivitäten sind oftmals damit verbunden, dass die Akteure mit ihren Taten prahlen.

Der Jugendsatanismus hat für besondere Aufmerksamkeit gesorgt, weil er sich gut für eine mediengerechte Darstellung eignet.[10]

3.3.1       Bewertung des Jugendsatanismus

Der Jugendsatanismus ist in der Regel nur auf lokaler Ebene, das heißt, in kleineren Gruppen innerhalb eines eng begrenzten Gebietes organisiert. Für sie kommt es weniger auf die theoretische Beschäftigung mit Satanismus und dessen Hintergründe an, sondern es stehen primär die spektakulären Auftritte in der Öffentlichkeit, die schockierende Wirkung ihrer Untaten im Vordergrund. Der Jugendliche erlebt dadurch ein gewisses Pseudo-Machtgefühl. [11]

Im Gegensatz zu satanistischen Organisationen handelt es sich beim Jugendsatanismus nicht um eine Sektenform. Im Vordergrund steht vielmehr die vom Jugendlichen selbstgewollte Abgrenzung von der Umwelt und nicht eine satanistische Ideologie.

4          Fazit

Satanisten lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Die erste Gruppe befasst sich ausschließlich auf theoretischer Basis mit dem Satanismus. Die Beschäftigung erfolgt über die Lektüre von Sachbüchern zum Thema oder Schriften von Begründern satanistischer Zirkel. Die Auseinandersetzung mit dem Glauben beinhaltet somit auch kritische Komponenten, die im Kreis mit anderen Interessierten diskutiert werden.

Die zweite Gruppe wird von denjenigen, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit Satanismus beschäftigen, als „Vulgärsatanisten“ bezeichnet. Diese Gruppe ist es auch, über deren Schandtaten die Presse in der Regel berichtet. Schändungen von Friedhöfen gehen ebenso auf ihr Konto wie der Mord an Tieren oder das Beschmieren von Kirchen und anderen Gebäuden mit „satanistischen“ Symbolen.

Der Jugendsatanismus gehört damit je nach Ausmaß zur ersten oder zweiten Gruppe.

Zur dritten Gruppe gehören die im Punkt „organisierter Satanismus“ bezeichneten Sekten. Hier finden sich die Mitglieder satanistischer Zirkel wieder, welche unter anderem mit schwarzen Messen ihren Glauben sozusagen „professionell“ betreiben. In der Regel bezieht sich ein satanistischer Zirkel auf den theoretischen Glaubensüberbau des Sektengründers.[12]

 

A.             Literaturverzeichnis

Farin, Klaus [1999]
Die Gothics,
Interviews, Fotografien,
Verlag Thomas Tilsner, Bad Tölz

Wallraff, Kirsten [2000]
Weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz,
Verlag Thomas Tilsner, Bad Tölz

Bogum, Werner / Straet, Norbert [1999]
Lexikon der Esoterik
Verlag Falken, Niedernhausen / Ts.

Rink, Steffen /  Lösch, Holger [1996]
Stichwort Okkultismus
Verlag Wilhelm Heyne, München

Pickering, David [1996]
Lexikon der Magie und Hexerei
Verlag Weltbild, Augsburg

Rausch, Ulrich [1999]
Sekten- 99 Fragen
Verlag Wilhelm Heyne, München

Wiebus, Hans-Otto [1995]
Lexikon Jugendkulte
Verlag Carlsen, Hamburg

Hunfeld, Frauke / Dreger, Thomas [1993]
Jugend-Okkultismus
Verlag Wilhelm Heyne, München

Bellinger, Gerhard J. [2001]
Knaurs Lexikon der Mythologie
Verlag Weltbild, Augsburg

Przybyszewski, Stanislaw [2000]
Die Gnosis des Bösen
Verlag Clemens Zerling, Berlin

Cavendish, R. [1980]
Die schwarze Magie
Verlag Richard Schikowski, Berlin

Gregorius [1983]
Satanische Magie
Verlag Richard Schikowski, Berlin



[1] Vgl. Rink / Lösch S. 32f

[2] Vgl. Rausch S. 80ff.

[3] Vgl. Pickering S. 299

[4] Die einzelnen Gruppen der Kirche nennen sich Grottos.

[5] Vgl. Bogum / Straet S. 197f.

[6] Vgl. Bogum / Straet S. 272

[7] Vgl. Wallraff S. 67f.

[8] Vgl. Rausch S. 41

[9] Vgl. Wallraff S. 68

[10] Vgl. Rausch S. 80ff.

[11] Vgl. Rausch S. 80ff.

[12] Vgl. Wallraff S. 67f.

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